Europapier Austria: Internationaler Webshop-Relaunch in 11 Ländern
Koordination eines internationalen Webshop-Relaunchs bei Europapier Austria GmbH. 11 Länder, 16 Websites, 8 Webshops. Rolle: IT- und E-Commerce-Projektmanager.
11 Länder
16 Websites, 8 Webshops koordiniert und erfolgreich relaunchiert
Kontext
Europapier Austria ist ein internationaler Distributions- und Handelskonzern für Papier, Karton und Verpackungsmaterialien mit Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern. Zum Ende von 2022 stand das Unternehmen vor der Aufgabe, seine bestehende digitale Infrastruktur zu konsolidieren: mehrere länderspezifische Websites und Webshops, die über Jahre organisch gewachsen waren, sollten auf einen gemeinsamen technologischen Stand gebracht werden.
Ich war von Jänner bis Dezember 2023 als IT- und E-Commerce-Projektmanager tätig.
Scope
Der Relaunch umfasste:
- 11 Länder mit unterschiedlichen Sprachversionen, Währungen und regulatorischen Anforderungen
- 16 Websites auf einheitliche Plattform-Basis migriert
- 8 Webshops mit länderspezifischen Katalog- und Preisstrukturen
Die Komplexität lag nicht in der Technologie selbst, sondern in der Koordination: externe Dienstleister, interne Fachbereiche und länderspezifische Stakeholder mit unterschiedlichen Prioritäten.
Vorgehen
Backlog-Management in Jira und Confluence: Alle Anforderungen wurden zentral in Jira erfasst und priorisiert. Confluence diente als Dokumentations-Backbone für Entscheidungen, Spezifikationen und Übergaben an externe Dienstleister.
Scrum als Koordinationsrahmen: Zweiwöchige Sprints ermöglichten es, schnell auf geänderte Anforderungen einzelner Länder zu reagieren. Sprint-Reviews mit den relevanten Länderstakeholdern hielten den Fortschritt transparent.
Schnittstelle Fachbereich und Dienstleister: Meine Rolle war primär koordinativ. Ich übersetzte fachliche Anforderungen in technische Spezifikationen für externe Entwickler und filterte umgekehrt technische Einschränkungen zurück in verständliche Optionen für den Fachbereich.
Architektur-Entscheidungen (ADR-Übersicht)
| Entscheidung | Richtung | Abwägung |
|---|---|---|
| Gemeinsame Plattform-Basis | Einheitliche Technologie für alle 16 Sites | Höherer Initialmigrations-Aufwand, niedrigerer Langzeitbetrieb |
| Länderspezifische Kataloge | Separate Produktkataloge pro Markt | Datenredundanz akzeptiert, lokale Preishoheit erhalten |
| Lokalisierungs-Ansatz | Zentrale Inhalte, lokale Übersetzung im Workflow | Übersetzungsmanagement via Dienstleister statt internes Team |
| Phasenweise Auslieferung | Land für Land statt Big-Bang-Release | Risikominimierung, aber verlängerte Projektlaufzeit |
Ergebnis
Der Relaunch wurde erfolgreich abgeschlossen. Alle 11 Länder, 16 Websites und 8 Webshops wurden auf die neue Plattform-Basis migriert. Die länderspezifischen Funktionen (Preise, Kataloge, Sprachen) blieben erhalten.
Lessons
Stakeholder-Management über Ländergrenzen ist zeitintensiver als erwartet. Abstimmungen mit Länderverantwortlichen, die unterschiedliche Prioritäten und Zeitpläne haben, erfordern klare Eskalationswege und regelmäßige Synchronisationspunkte.
Dokumentation als Koordinationsinstrument. Bei verteilten Teams und externen Dienstleistern ist schriftliche Dokumentation kein Overhead, sondern die primäre Kommunikationsform. Undokumentierte Entscheidungen werden nachträglich in Frage gestellt.
Phasenweise Releases reduzieren Risiko. Ein Land-für-Land-Rollout verlangsamt die Gesamtauslieferung, aber Fehler in einem Markt beeinflussen keine anderen.