TL;DR
Diese Woche war keine Produktwoche. Es war eine Systemwoche. Infrastruktur, Automatisierungen, Pipelines. Dinge, die niemand sieht, aber alles tragen. Ich habe eine GitLab-Domain migriert, n8n als Automatisierungshub eingerichtet, eine Content-Pipeline auf Instagram live gebracht und mit meinem KI-Agenten Clank mehr als 50 neue Issues angelegt und abgearbeitet. Was dabei rausgekommen ist, was noch nicht funktioniert: Das erzähle ich hier.
KI-Insights für Entscheider
Wöchentlich. Praxisnah. Kein Spam.
Der Unterschied zwischen sichtbarer und unsichtbarer Arbeit
Als Solo-Founder hat man zwei Arten von Wochen. Die sichtbaren, in denen man ein Feature released, einen Post veröffentlicht, einen Kunden gewinnt. Und die unsichtbaren, in denen man die Basis baut, auf der das alles stehen soll.
Diese Woche war eine unsichtbare Woche. Trotzdem war sie eine der produktivsten.
Wer ein Produkt alleine baut und betreibt, weiß: Wenn die Infrastruktur wackelt, wackelt alles. Ein kaputtes Monitoring entdeckt Probleme zu spät. Eine falsch konfigurierte CI/CD-Pipeline kostet Stunden. Ein fehlender Webhook bedeutet, dass ein kritisches Event einfach verschwindet, ohne dass jemand es bemerkt.
Ich habe diese Woche genau das in Ordnung gebracht.
GitLab-Migration: Klein aber folgenreich
Die kleinste Änderung hatte die größte Symbolkraft. Ich habe meine GitLab-Instanz von gitlab.buchhaltgenie.at auf gitlab.gotzendorfer.at migriert. Technisch eine DNS-Umleitung und ein paar Skript-Updates. Inhaltlich eine klare Aussage: Das hier ist mein Ökosystem, nicht ein Anhängsel eines einzelnen Produkts.
48 Repos, 5 Gruppen, ein Monitoring-Stack, CI-Pipelines auf mehreren Servern. All das läuft jetzt unter einem Dach. Die 301-Weiterleitungen funktionieren. Alle Webhooks zeigen auf die richtigen Endpunkte. Niemand bemerkt den Unterschied. Das bedeutet, dass es funktioniert hat.
n8n als Automatisierungshub

Seit letzter Woche läuft n8n auf meinem CI-Server als zentraler Automatisierungshub. Die Idee dahinter ist simpel: Mein KI-Agent Clank ist gut darin, Dinge zu verstehen, zu bewerten und zu entscheiden. n8n ist gut darin, Trigger zu überwachen, APIs anzusprechen und Workflows zuverlässig auszuführen. Zusammen ergeben sie ein System, das mehr kann als jedes der beiden alleine.
Was jetzt läuft: Wenn eine neue Buchungsanfrage über Cal.com reinkommt, landet sie automatisch in meinem Notion-CRM. Wenn eine neue Lead-Anfrage über die Website kommt, wird sie kategorisiert und an Clank weitergeleitet. Wenn Clank eine wichtige Aktion abschließt (ein GitLab-Issue anlegt, eine Analyse fertigstellt), loggt er das in eine Notion-Datenbank, damit ich den Überblick behalte.
Drei neue Workflows habe ich diese Woche vorbereitet: Ein wöchentlicher Scan nach IT-Ausschreibungen in Österreich (Stichwort: öffentliche Vergabe), ein Competitor-Monitor der automatisch nach relevanten Marktbewegungen sucht, und eine Pipeline die Sentry-Fehler automatisch in GitLab-Issues überführt, wenn die Konfidenz hoch genug ist.
Das klingt abstrakt. Konkret bedeutet es: Ich schlafe besser.
FeedFoundry: Content-Pipeline auf Instagram live

Seit Montag postet FeedFoundry, meine Content-Pipeline, automatisch auf Instagram für BuchhaltGenie. Das erste Bild ist live gegangen. Kein Carousel, kein Reel. Ein einfacher Post, der beweist, dass die Pipeline funktioniert.
Dahinter stecken acht Schritte: Ideen-Vorselektion, Kontext aus dem Repo, Entscheidung über Format, Texterstellung, Bildgenerierung mit Stability AI, Qualitätsprüfung durch ein zweites Modell, Anpassung und schließlich die Veröffentlichung.
Was mich bei diesem Projekt am meisten beschäftigt: Qualitätskontrolle bei KI-generiertem Content ist nicht optional. Ein schlechter Post schadet mehr als kein Post. Deshalb hat die Pipeline eine Qualitätsschwelle von 0,8 auf einer Skala von 0 bis 1. Wer darunter bleibt, wird nicht veröffentlicht, egal wie oft er es versucht.
EventDrop: Technische Schuldentilgung
EventDrop, mein Event-Management-Tool, hat diese Woche mehrere technische Schulden abgebaut. Cover-Images für Recap-Videos funktionieren jetzt. Die Statistik-Abfragen wurden von einem ineffizienten Full-Table-Scan auf eine optimierte Datenbankfunktion umgestellt. Und ein langjähriger CORS-Bug beim Video-Upload ist dokumentiert und hat ein konkretes Lösungskonzept bekommen.
Das sind keine Features, die in einem App-Store-Screenshot landen. Aber sie sind der Unterschied zwischen einem System, das unter Last bricht, und einem, das einfach läuft.
Was KI-Agents heute wirklich können
Ich werde oft gefragt, wie es ist, mit einem KI-Agenten zu arbeiten. Die ehrliche Antwort: Besser und eingeschränkter als die meisten erwarten.
Besser, weil Clank Dinge parallel erledigt, die ich vergessen würde, weil er keine Müdigkeit kennt und weil er bei klaren Aufgaben schneller ist als ich. Diese Woche hat er mehr als 50 GitLab-Issues angelegt, Webhook-Konfigurationen auf 8 Repos ausgerollt, n8n-Workflows als JSON strukturiert und n8n-Instanzen getestet.
Eingeschränkter, weil er immer noch an Systemgrenzen stößt. n8n 2.9.4 hat einen Bug beim Registrieren von Webhooks über die API. Clank hat ihn gefunden, dokumentiert, einen Workaround gebaut, aber lösen lässt er sich nur über die UI. Das ist kein Versagen, sondern Realität: KI-Agents sind Multiplikatoren, keine Magier.
Was ich dabei gelernt habe: Die wertvollsten Momente sind nicht die, in denen Clank etwas erledigt, das ich sowieso erledigt hätte. Die wertvollsten Momente sind die, in denen er etwas erledigt, das ich vergessen hätte. Oder zu dem ich nie gekommen wäre.
Was nächste Woche passiert
Drei Dinge stehen ganz oben. Erstens die AIDL2026-Ausschreibung, ein öffentliches IT-Vergabeverfahren in Österreich, bei dem ich mich als Sub-Auftragnehmer positionieren will. Die Frist ist April, die Vorbereitung beginnt jetzt. Zweitens der Relaunch von goetzendorfer.at bis Ende März. Und drittens die n8n-Workflows, die diese Woche vorbereitet wurden, in die Aktivierung bringen.
Systemwochen sind keine glamourösen Wochen. Aber sie sind die Wochen, die den Unterschied machen.
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