Zwei Hackathons in Wien, und mein Code bleibt daheim
Zwei Hackathons in Wien, eine Woche auseinander, gebaut wird erst im Event. Was ich vorher trotzdem vorbereite und warum mein Code bis zum Start daheim bleibt.

TL;DR
Zwei Hackathons, eine Woche auseinander, beide im House of Innovation Vienna (HOIV). Am Samstag HACK_002, ab 3. Oktober Hack-Nation 7 am Wiener Hub. Gebaut wird bei beiden erst im Event, davon gehe ich aus. Vorher erledige ich alles, was keine Lösung ist. Ein Repository gibt es erst nach dem Opening. Ob das reicht, weiß ich am Sonntag.
Beim letzten Mal ohne Ton
Im März war ich bei meinem ersten Hackathon, HACK_001 von Telos Circle, im selben Haus. Wir waren zu viert. Die erste Idee flog nach 2,5 Stunden raus. Und am Ende hatte unser Einreichvideo keinen Ton.
Gemerkt haben wir das erst beim Abspielen. Also runter zur Jury, um Verlängerung gebeten, alles nochmal aufgenommen.
Am Samstag bin ich wieder dort. Gleiche Reihe, gleiches Haus, diesmal solo mit meinen Agenten. Vielleicht findet sich beim Team-Finding wer dazu. Den Ton teste ich diesmal jedenfalls, bevor es ernst wird. Und ehrlich gesagt freu ich mich ziemlich drauf.
Zwei Hackathons, und diesmal wird gemessen
HACK_002 läuft am 26. und 27. September. Gebaut wird nach dem Opening am Samstag, abgegeben am Sonntag in der Früh. Macht 19,5 Stunden, nicht 24.
Sechs Tracks in zwei Blöcken, und jeder sagt dazu, was gemessen wird, fast immer gegen eine Baseline. Manche wollen mindestens fünf Testfälle sehen, andere ausdrücklich gezeigte Fehlschläge.
Beim ersten Mal hat ein Satz Nutzen gereicht. Diesmal muss gemessen werden. Das taugt mir.
Und eine Woche später gleich nochmal: Hack-Nation 7 am 3. und 4. Oktober, global, mit Hubs in mehreren Städten und online. Einer davon ist wieder das HOIV, dort bin ich angemeldet.
Wo die Regeln schweigen
Darf man vorher Code schreiben? Für HACK_002 ist dazu bis heute nichts veröffentlicht. HACK_001 war eindeutig, auf Devpost stand wörtlich: "You can only submit a project that is built during this time period."
Die Event-Seite von HACK_002 erlaubt fremde Tools und Datensätze, wenn ich Zugang, Lizenz und Bewertung erklären kann. Hack-Nation wirbt mit "Build real AI products from scratch in 24 hours". Die Originalitätsregeln stehen auf der Abgabe-Plattform, und die ist noch nicht offen.
Wo eine Regel fehlt, nehm ich die strengere Lesart: Vom Projekt existiert vor dem Start nichts. Beim Opening frag ich trotzdem nach. Abgegeben werden ein Demo-Video und ein ZIP des Git-Repositorys, die Jury sieht also die Commit-Historie. Ein erster Commit vom Mittwoch davor würde sich von selbst erklären.
Bei BitGN war es genau umgekehrt
Bei der BitGN Personal Agent Challenge im April war der Dev-Benchmark vorab verfügbar. Ab dem 4. April hab ich eine Woche lang am Agenten gebaut, am Tag selbst waren es drei Stunden vor Ort. Am Ende stand Rang 15 von 222 weltweit, solo gebaut, dazu Rang 1 am Wiener Hub. Die Vorbereitung damals war Code, und genau diese Woche hat den Unterschied gemacht.
Diesmal gibt's diese Woche nicht.
Alles, was keine Lösung ist
Bis zum Start warten: das Repository und der erste Commit, jede Zeile Projekt-Code inklusive Skripte und das README. Code aus meinen eigenen Projekten kommt gar nicht mit. Der Rest darf vorher passieren.
Konten zuerst, weil genau dort die Überraschungen passieren. Eine Registrierung hing an einem Captcha. Eine andere hat meinen Agenten als Bot erkannt und geblockt, zu Recht übrigens. Das kläre ich lieber am Mittwoch als am Samstag. Die Keys liegen in einer lokalen Datei außerhalb jedes Repositorys.
Dann die Recherche zu Regeln, Datenquellen und Lizenzen. Stimmt noch alles, was da empfohlen wird? Nicht ganz. Bei einer der empfohlenen Schnittstellen hat sich inzwischen das Preismodell geändert. Eine andere ignoriert still einen Filter, wenn man ihn nur halb setzt, und die Antwort schaut trotzdem plausibel aus. Da wird nichts rot, es stimmt nur nicht.
Die Bewertung steht, bevor es eine einzige Zahl gibt. Als Text: was ich messe und wogegen. Im Grunde eine Präregistrierung. Wer das erst nach den Zahlen festlegt, legt es so fest, dass es passt. Das gilt am Hackathon genauso wie im Alltag, wo ich lieber verifiziere als tippe. Was genau drinsteht, zeig ich nach dem Event.
Fehlt noch: die Video-Vorlage samt Tonprobe. Einmal mit Ton aufnehmen, einmal wirklich abspielen. Klingt banal. War es im März nicht.
Das Muster kommt mit, der Code bleibt daheim
Ich betreibe Agenten, die im Alltag für mich arbeiten. Über mehrere Generationen hat sich dabei ein Muster eingespielt. Folgenreiche Aktionen warten auf meine Freigabe. Fremder Text ist für den Agenten Daten und nie eine Anweisung.
Dieses Wissen kommt mit. Nach dem Start baue ich das Muster in einem frischen Repository neu auf, unter MIT-Lizenz. Wie lange das dauert, weiß ich ungefähr, ich hab es schon einmal gemacht. Öffentliche Bibliotheken kommen nur als deklarierte Abhängigkeit hinein und stehen im README.
Zwischen den beiden Events gilt dasselbe. Was ich bei HACK_002 lerne, nehm ich zu Hack-Nation mit. Das Repository bleibt, wo es ist.
Entscheiden, bevor es drei Uhr früh ist
Die erste Idee im März nach 2,5 Stunden zu verwerfen, war richtig. Nur teuer. Diesmal verwerfe ich vorher, auf Papier. Eine kurze Liste mit Ideen, vorab bewertet, jede mit dem Satz, der sie widerlegen würde. Gewählt wird beim Opening, wenn die Sponsor-Challenges auf dem Tisch liegen.
Dazu hab ich vorher festgelegt, an welchen Punkten ich den Umfang kürze, statt weiterzubauen. Mitten in der Nacht will ich das nicht mehr mit mir selbst ausverhandeln. Welche Punkte das sind und ob ich mich dran gehalten hab, steht im Recap.
Bei Hack-Nation kommen die meisten Challenges erst beim Kickoff. Dort bring ich eine Regel mit, nach der ich in ein paar Minuten wähle.
Drei Fragen für Sonntag
Drei Fragen nehm ich mit ins HOIV. Hat mir in der Nacht etwas gefehlt, das ich hätte vorbereiten dürfen? Geht sich in 19,5 Stunden ein gemessenes Ergebnis mit Baseline aus? Und was sagt das Opening zu vorbereitetem Code?
Danach kommt der Recap, mit dem, was gehalten hat, und dem, was nicht. Wenn du am Wochenende auch im HOIV bist, sag Hallo! Und wie ich im Alltag mit Agenten arbeite, steht auf der Startseite.